Harry Herrlich
Kurzgeschichten
& Anekdoten
Satirische Illustration

Ansteckendes Grüßen

Ich war im Auto unterwegs. Plötzlich juckt mich was am Kopf. Ich hebe die linke Hand, um mich zu kratzen. In dem Moment grüßen mich spontan zwei entgegenkommende Autofahrer.

Ich fand das witzig und wiederholte das Kratzen. Der gleiche Effekt. Ältere sind besonders höflich und auch Blondinen grüßen spontan zurück.

Wenn sich also jemand einsam fühlt, braucht er sich nur ins Auto zu setzen, eine Runde durch den dichten Verkehr zu drehen und sich immer wieder am Ohr zu kratzen. Das fördert den Bekanntheitsgrad schlagartig. Dale Carnegie 4.0 – wie man Freunde gewinnt im 21. Jahrhundert.

Wer dagegen zu viele Freunde hat, dem empfehle ich Folgendes: Eine Dose Haargel geöffnet auf dem Beifahrersitz platzieren, an der nächsten Ampel bei Rot den Finger in die Dose und dann bei geöffnetem Fenster versuchen, das Gel hinauszuschnippen.

Das steigert den Brechreiz bei den anderen Autofahrern, weil sie dem Trugschluss erliegen, dass man Rotze aus dem Fenster schnippt. Das verhindert todsicher Freundschaften. Wem das zu eklig ist, der kann auch Haferflocken schnippen.

Eine andere Spielart wäre, eine Wasserpistole mit Cola oder Urin zu füllen und unbemerkt aus dem Auto abzufeuern.

Mies ist außerdem, bei heruntergelassenem Autofenster auf der Höhe eines Fußgängers herzzerreißend zu schreien. Die erschrecken sich dermaßen, dass ich mich am Kopf kratzen muss. Autofahren ist echt witzig.

Spaß-Schnipsel

Vater: „Meine Freundin will immer, dass ich Hausschuhe anziehe. Aber ich bin Barfüßer. Ich liebe es, barfuß zu laufen. Freiheit den Füßen! Nach der sexuellen Befreiung kommt nun die Befreiung der Füße!“

Sohn: „Mach doch nen Workshop. Barfuß laufen im erregten Zustand. Kurs für Anfänger.“

Vater: „Wie geil ... jaaa, gute Idee.“

Sohn: „Aber nicht den 1. Dienstag im Monat. Da hab ich meinen ‚Meine-schüchternen-Gurken-zähmen-Workshop‘, Teil 4 für ausgewachsene Gurken.“

Vater: „... Blödmann.“


Mutter: „Wo steckst Du?“

Sohn: „Bei einem Kumpel. Er hat mir gerade erzählt, dass er seine Mutter nicht kennt, weil sie vor seiner Geburt abgehauen ist.“

Mutter: „Ach je, der arme Kerl. Kannst ihn ja zum Essen mitbringen.“